Schutz bei Lärm ab 80-90 dB (jedoch kein sofortiger Schutz und kein lang anhaltender Schutz)
Dämpfung der eigenen Stimme (Vokalisationseffekt, v.a. bei Vögeln beobachtet)
Verzerrungsfreie Übertragung
AL:2000-09-25:B6
Vertäubung in der Sprachaudiometrie
Nach DIN ISO 8253 Teil 3 gilt:
LM = LT - 40 dB + (MAM - MBM)
LM
=
Rauschpegel
LT
=
Sprachschallpegel
MAM
=
Mittlere (siehe unten) LL-Hörschwelle des Gegenohres
MBM
=
Mittlere (siehe unten) KL-Hörschwelle des Gegenohres
Die mittlere Hörschwelle wird ermittelt, indem man die beiden besten
Messpunkte aus 500 Hz, 1 kHz und 2 kHz auswählt und
davon den Mittelwert bildet.
Zusammenhänge zwischen Ton- und Sprachaudiogramm
Korrelation zwischen HV für Sprache und dem Tieftongehör um 500 Hz
(passen die Werte zusammen
Korrelation zwischen den U-Grenzen im Ton- und Sprachaudiogramm
(U-Grenze-Ton < U-Grenze-Sprache)
Korrelation Kurvenverlauf im Tonaudiogramm und Abstand Mehrsilber-Einsilber
Nach "Lehnhardt"
Beziehungen zwischen hochtonabfallenden Verhalten im Tonaudiogramm und dem
Einsilberverstehen bei 65 dB.
Sobald der Hörverlust bei 3 kHz > 40 dB ist, werden bei 65 dB keine 100% Einsilber mehr
verstanden (sondern 70-95%). Siehe Kurve 1
Wenn der Hörverlust bei 2 kHz > 40 dB beträgt, liegt die Einsilberverständlichkeit
zwischen 70% und 30%. Siehe Kurve 2
Erst bei Hörverlusten für 1 kHz von > 40 dB sinkt das Einsilberverstehen bei 65 dB
zumeist auf < 30% (Kurve 3).
Korrelation zwischen Art der Hörstörung (endo/retro) und Verlauf der Einsilberkurve
Pädaudiologie
Mögliche Gründe der späten Diagnose / Hörgeräteversorgung bei schwerhörigen Kindern
in Deutschland
Eltern wollen nicht wahrhaben, dass Kind schwerhörig ist
Kinderärzte weisen nicht stets auf die Problematik hin
Fehldiagnose "wird schon werden"
Keine Screeningtests bei der U2
Netz der Pädaudiologen, Kinderversorgung noch relativ weitmaschig (ländliche Gebiete)
Fehlende Aufklärung bei vielen Eltern
Finanzieller Aspekt bei Eltern
Objektive Messverfahren der Kinderaudiometrie
Impedanzmessung
OAE
ERA / BERA
Otoakustische Emissionen
Was sind OAEs ?
OAEs sind Schallwellen, die vom Ohr (genauer: der Cochlea) erzeugt und abgestrahlt werden.
Entstehung der OAE's
Durch Bewegungen der äusseren Haarsinneszellen gerät die Basilarmembran in Schwingung,
diese Schwingung überträgt sich auf die Lymphe und wird über die Fenster abgestrahlt.
Aufbau und Ablauf der Messung
Sonde ins Ohr, "Click", dann Antwort vom Ohr auszeichnen und auswerten.
TODO: Sollte noch detaillierter auf verschiedene Verfahren eingegangen werden,
spontane OAE und provozierte OAE, siehe an anderer Stelle im Script
Messvoraussetzungen
Intaktes MO, d.h. GKK vorhanden und intakt (sonst können die im IO erzeugten
Schwingungen nicht zum TF gelangen und dort dann auch nicht abgestrahlt werden).
Auswertung
Schwingung aufnehmen, verstärken, dann FFT, prüfen ob OAE vorhanden (einzelne Frequenzen)
wenn ja, ist der HV zwischen 0 und 30 dB; wenn keine OAE vorhanden, bedeuted dies meist
einen HV > 30 dB, siehe jedoch Ausnahmen bzw Nachteile
Vorteile der Messmethode
Nichtinvasiv, einfach, vollautomatisch, Patient muss nicht mitarbeiten, objektives Messverfahren, höhere Frequenzselektivität als andere Verfahren.
Nachteile
Keine Aussage über Grad der SH,
manche Normalhörende haben keine OAE (Grund unbekannt, etwa 1%)
mit zunehmendem Alter Ergebnisse ungenauer
leichte HV (< 30 dB) nicht erfassbar
Proband muss entspannt sein
Wissen über Funktionsfähigkeit des MO notwendig
al-b1-19990107
Beim Tonaudiogramm wird der Hörpegel in dB HL angegeben.
0 dB(SPL) = 20 µPa (=20*10^-6 Pa)
120 dB(SPL) = 20 Pa
Schmerzgrenze ~ 130 dB(SPL)
al-b1-19990128
Aufgabe: Wenn ein HG bei 500 Hz einen max. Ausgangsschalldrunckpegel in der Messbox
von 105 dB erzeugt, wird damit die U-Schwelle des Patienten überschritten ?
Fazit: HG mit Ausgangspegel von 105 dB SPL bei U-Schwelle von 95 dB HL ist gerade
noch möglich !
AL:29.01.1999:B1
Fehlermöglichkeiten bei der Erstellung eines Tonaudiogramms
Kunde unkonzentriert/überfordert (=Reaktionszeit verlangsamt)
Kunde nervös, aufgeregt
Falsche Einstellung des Audiometers
Schwankendes Gehör des Probanden
unpassende Geschwindigkeit beim Ansteuern des Tons
falscher Sitz des Kopfhörers (Seitenverkehrt, Haare/Brille dazwischen)
Falsche Einweisung
Sprachprobleme (Einweisung wird falsch verstanden)
vorhandenes HG vergessen herauszunehmen
Kunde hat z.B. Tinnitus (mangelhafte Vorinformation des HGA)
Einstellung, Motivation des Kunden
Fühlschwelle
Falsche Symbole benutzt bei Aufzeichnung
Fühlschwellen für KL (in dB/HL)
Frequenz/Hz
125
250
500
1000
Plath
20 dB
35 dB
50 dB
-
Lehnhardt
15 dB
30 dB
45 dB
-
DIN ISO 250 8253
-
40
60 dB
70 dB
Fühlschwellen können zu Fehlinterpretationen bei der KL-Messung führen, wenn eine
Differenz > 10dB zwischen KL und LL (diffuser SL-Anteil) vorliegt !
AL:20.05.1999:B2
Pathologie des Mittelohrs - Mittelohrerkrankungen
MO-Entzündung (otitis media) - unterschieden wird akute, chronische
Otosklerose
Tubenverschluss (Tubenkatharr)
traumatische Prozesse (z.B. Fraktur=Knochenbruch... durch Unfall)
(Bandveränderungen)
Trommelfellverletzungen
Tumor
Cholesteatom (=Perlgeschwulst)
Anomalien / Missbildungen
AL:27.05.1999
Ursachen für Trommelfell-Perforationen:
Otitis media
Verletzungen, Felsenbeinbrüche
Cholesteatom
(Tumor)
Tubenkatharr
Barotrauma (z.B. beim Tauchen)
AL:11.11.1999:B4
Theorie des cochleären Verstärkers
IHSZ erzeugen aktiv eine neurale Reizung → afferente Nervenfasern
ÄHSZ erzeugen mittels Rückkopplung über efferente Nervenfasern und
Kontraktion der ÄHSZ eine Verstärkung der Amplitude (der Wanderwelle)
an einem ganz bestimmten Ort auf der Basilarmembran (abhängig von
der Reizfrequenz ⇒ aktive Wanderwelle (=in viva)
Die ÄHSZ arbeiten insbesondere bei schwellennahen Reizen (bis ca. 50dB).
Mit zunehmenden Pegeln nimmt die Verstärkung ab. Bei hohen Pegeln
haben die ÄHSZ sogar eine dämpfende Wirkung.